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  • Tomi Bruder

Reisefreiheit

Aktualisiert: Apr 10

Großes Thema heute in den österreichischen Medien ist der Tourismus. Wann könen Betriebe wieder aufsperren in einem Land, dessen Strukturen sehr abhänging von diesem Wirtschaftszweig sind? Damit natürlich auch die Frage nach der eigenen Reisefreiheit. Wie können Urlaube geplant werden? Wo darf ich wann wieder hinfahren in den Urlaub?

Ich merke beim Lesen von Berichten und Kommentaren, es steht das eigene Hab und Gut im Mittelpunkt. Welche Verluste oder welche Nachteile muss ich in dieser Krise erfahren? Wie schaffe ich es, diese (für mich) bestmöglich abzuschwächen?

Einerseits will man verschont bleiben vom Virus und seinen gesundheitlichen Folgen. Man möchte Situationen, wie sie in Italien oder in Spanien erlebt werden verhindern oder keinesfalls erleben. Andererseits will man aber, wie bisher, weiterleben und so viel wie möglich selbst einnehmen, behalten oder wie auch immer man das ausdrücken soll.

Für die österreichische Tourismusministerin ist klar: Man muss dem Tourismus helfen. Er ist schließlich für Österreich sehr wichtig, gerade auch für den ländlichen Raum, wo jeder strukturell davon abhängig ist. Kürzlich wurde mir die Frage gestellt, wie das bei mir arbeitstechnisch ausschaut und ich kann sagen, mein Arbeitgeber, ein Hotelier, hat mich zum AMS geschickt und ich gehöre nun den über 550.000 Arbeitslosen in Österreich an – eine Zahl, die die neue Republik noch nie hatte. Der Kommentar meines Gesprächspartners war: “irre”.

Und je mehr Gedanken ich mir dazu mache, desto mehr denke ich das auch!

Einerseits ein Wirtschaftszweig, der seit Jahren neue Rekordzahlen präsentiert, ein Bereich, wo immer neu investiert wird, wo Hoteliers oder Freizeitunternehmer immer mehr Gewinne schreiben und seit Jahren die Frage wohin mit dem Größenwahnsinn steht. Andererseits ein Bereich, wo seit Jahrzehnten mit Saisonarbeitern gearbeitet wird, welche man sofort loswerden kann und damit Geld eingespart werden kann. Jahresvertraege gibt es nur wenige, die Bedingungen in dieser Branche sind teilweise erschreckend. Und nun muss also genau dieser Sparte geholfen werden.

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